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FASHION HISTORY OF THE 18TH CENTURY

DIE GESCHICHTE DER MODE IM 18.JAHRHUNDERT

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Sorry, in German language only …

Der Name "Rokoko" geht zurück auf das französische Wort Rocaille für Geröll, was dann auf das asymmetrische Muschelwerk übertragen wurde, das für die Epoche so typisch ist. Mit dem Tod Ludwigs des XIV. wurde das letzte große Kapitel der höfischen Mode eingeläutet., das mit der sogenannten Régence, der Regentschaft von Phillipp II von Orleans für den minderjährigen Ludwig XV, seinen Auftakt nahm. Ein Gefühl der Befreiung machte sich breit, denn ohne König gab es keinen Hof, kein Hofzeremoniell, und keine Pflicht, gelangweilt am Hof herumzuhängen, nur für den Fall, dass der König etwas von einem wollte. Der Adel verließ Versailles und zog sich in die Stadtschlösser von Paris zurück. Dort spielte sich das gesellschaftliche Leben vornehmlich in den Salons gebildeter Damen ab, in denen sich die Intellektuellen zu literarischer, politischer, philosophischer oder naturwissenschaftlicher Diskussion zusammenfanden. Hier wurde die Aufklärung ausgebrütet. Aber auch Galanterie und erotische Tändelei wurden in den Salons gepflegt. In ihrem Dienst wurden Gang, Gebärden und gesellschaftliches Verhalten unerhört verfeinert, immer gezierter und - aus heutiger Sicht - affektierter. Und natürlich stand auch die Mode im Dienst des Spiels der Liebe. Die Kleidung der Dame war geprägt vom Reifrock, der um 1720 aufkam und wegen seiner Ähnlichkeit mit Hühnerkörben Panier genannt wurde. Im Lauf der Jahrzehnte änderte sich seine Form von kegel- über kuppel- und trapezförmig hin zu eckig und dann zur ovalen Kuppel. Darüber wurde ein Rock getragen, die Jupe, und darüber wieder die Robe, wie das spätbarocke Manteau ein mantelartiges Gewand, das vorne offen war. Die Lücke wurde oben mit einem reich verzierten Stecker gefüllt, der das Korsett verdeckte; unten ließ man die Jupe sehen. Die Ärmel waren ellbogenlang und endeten in flügeligen Aufschlägen, später (etwa ab 1750) auch in Volants. An Ausschnitt und Ellenbogen wurden Spitzenverzierungen des Unterhemdes sichtbar. Als Robe war in Frankreich war die Contouche oder französische Robe beliebt, deren "Watteaufalten" wunderbar elegant am Rücken herabfielen, in England vor allem die Mantua oder englische Robe, eine Weiterentwicklung des Manteau mit fest angenähten Rückenfalten. Zunächst scheinen die Damen nur selten Perücken getragen zu haben. Sie ließen sich ihr eigenes Haar pudern, aufstecken und mit einem Häubchen, Schleifen, Juwelen oder Blumen verzieren. Auch das Schminken, der Gebrauch von Schönheitspflästerchen und Parfüm und kleinteilige Verzierungen auf den Kleidern waren zunächst noch eher zurückhaltend und nahmen erst im Verlauf des Jahrhunderts zu. An Stoffen bevorzugte man leichte Seidentafte, Faille und Damast in zumeist hellen, pastelligen Tönen. Selbst kräftigere Farben durften nicht zu leuchtend sein. Am Anfang waren großfigurige Blumenmuster beliebt, später wurden die Muster kleiner und gegen Ende der Epoche gern mit Streifen kombiniert. Die Männermode machte keine großartigen Wandlungen durch. Bis zur Französischen Revolution wurde das Justaucorps mit Weste und Kniehosen getragen. Die Rockschöße wurden bis um 1740 immer weiter, dann wieder kleiner und schließlich, ab 1760, vorn leicht schräg weggeschnitten. Die Weste darunter wurde allmählich kürzer, bis nur noch zur Hüfte reichte. An den Handgelenken und auf der Brust ließ man den Spitzenbesatz des Hemdes sehen, dazu trug man die cravate, eine Art Stehkragen. Die Perücke blieb das ganze Jahrhundert hindurch unverzichtbar für einen echten Herrn. Die lange Lockenpracht der Allonge wurde jedoch abgelöst von kürzeren Formen, deren beliebteste hinten einen schwarzen Haarbeutel und nur seitlich Locken hatte. Später kam die Zopfperücke hinzu. Da ein Hut die Perücke durcheinandergebracht hätte, wurde der Dreispitz oft nur noch in der Hand gehalten, aber ganz verzichten wollte man auf ihn nicht. Im späten Rokoko, etwa gleichzusetzen mit der Regierungszeit Ludwig XVI, läßt die Mode eine Neigung zur Übertreibung erkennen. Die Frisuren waren so hoch und kompliziert, daß nun auch die Damen schon allein der Bequemlichkeit halber zu Perücken griffen. Diese wurden dann über Drahtgestellen drapiert und mit Perlen, Blumen, Federn und anderem Zierat beladen. Dazu wurde eine neue Gewandform getragen, die Polonaise: Die Robe wurde hinten hochgerafft und durch ein Polster gestützt, was ein übergroßes Hinterteil bewirkte, Cul de Paris genannt. Die Jupe war oft nur noch knöchellang. Nun kamen auch bedruckte, oft dunkelgrundige Baumwollstoffe in Mode. Das ganze 18. Jahrhundert hindurch war das Bürgertum immer selbstbewusster geworden. Allmählich drangen die reicheren und gebildeteren unter ihnen in die Domänen des Adels ein, ahmten diesen nach und führten selbst Salons, in denen mitunter auch die größten Köpfe der Zeit verkehrten. Auch die hochverehrten Literaten und Wissenschaftler waren ja sehr oft Bürgerliche. In England hatte diese Entwicklung schon früh eingesetzt, und da der dortige Adel von Haus aus eine Vorliebe für das Einfache und Ländliche hatte, näherten sich beide Klassen in gesellschaftlicher und modischer Hinsicht allmählich (und friedlich) einander an. Auf dem Kontinent hingegen gab der Adel erst wenige Jahre vor der Französischen Revolution (zu) langsam den Versuch auf, den Klassengegensatz durch immer größere Übertreibung von Pracht und Affektiertheit manifestieren zu wollen, und übernahm ab 1780 mit der englischen Mode mehr bürgerliche, einfache Elemente in die Kleidung. Reifröcke wurden durch Pölsterchen ersetzt, die französische durch die einfachere englische Robe, hohe Perücken durch Wuschelköpfe. In Deutschland etablierte sich die auf englischem Vorbild basierende sogenannte "Werthertracht". Doch all das nützte nichts, solange in jeder anderen Hinsicht das Prassen und Prahlen weiterging, während es den unteren Schichten immer schlechter ging, und so bereitete die Französische Revolution 1789 der lebenslustigen und dekadenten Ära des Rokoko ein jähes Ende.
Der Name "Rokoko" geht zurück auf das französische Wort Rocaille für Geröll, was dann auf das asymmetrische Muschelwerk übertragen wurde, das für die Epoche so typisch ist. Mit dem Tod Ludwigs des XIV. wurde das letzte große Kapitel der höfischen Mode eingeläutet., das mit der sogenannten Régence, der Regentschaft von Phillipp II von Orleans für den minderjährigen Ludwig XV, seinen Auftakt nahm. Ein Gefühl der Befreiung machte sich breit, denn ohne König gab es keinen Hof, kein Hofzeremoniell, und keine Pflicht, gelangweilt am Hof herumzuhängen, nur für den Fall, dass der König etwas von einem wollte. Der Adel verließ Versailles und zog sich in die Stadtschlösser von Paris zurück. Dort spielte sich das gesellschaftliche Leben vornehmlich in den Salons gebildeter Damen ab, in denen sich die Intellektuellen zu literarischer, politischer, philosophischer oder naturwissenschaftlicher Diskussion zusammenfanden. Hier wurde die Aufklärung ausgebrütet. Aber auch Galanterie und erotische Tändelei wurden in den Salons gepflegt. In ihrem Dienst wurden Gang, Gebärden und gesellschaftliches Verhalten unerhört verfeinert, immer gezierter und - aus heutiger Sicht - affektierter. Und natürlich stand auch die Mode im Dienst des Spiels der Liebe. Die Kleidung der Dame war geprägt vom Reifrock, der um 1720 aufkam und wegen seiner Ähnlichkeit mit Hühnerkörben Panier genannt wurde. Im Lauf der Jahrzehnte änderte sich seine Form von kegel- über kuppel- und trapezförmig hin zu eckig und dann zur ovalen Kuppel. Darüber wurde ein Rock getragen, die Jupe, und darüber wieder die Robe, wie das spätbarocke Manteau ein mantelartiges Gewand, das vorne offen war. Die Lücke wurde oben mit einem reich verzierten Stecker gefüllt, der das Korsett verdeckte; unten ließ man die Jupe sehen. Die Ärmel waren ellbogenlang und endeten in flügeligen Aufschlägen, später (etwa ab 1750) auch in Volants. An Ausschnitt und Ellenbogen wurden Spitzenverzierungen des Unterhemdes sichtbar. Als Robe war in Frankreich war die Contouche oder französische Robe beliebt, deren "Watteaufalten" wunderbar elegant am Rücken herabfielen, in England vor allem die Mantua oder englische Robe, eine Weiterentwicklung des Manteau mit fest angenähten Rückenfalten. Zunächst scheinen die Damen nur selten Perücken getragen zu haben. Sie ließen sich ihr eigenes Haar pudern, aufstecken und mit einem Häubchen, Schleifen, Juwelen oder Blumen verzieren. Auch das Schminken, der Gebrauch von Schönheitspflästerchen und Parfüm und kleinteilige Verzierungen auf den Kleidern waren zunächst noch eher zurückhaltend und nahmen erst im Verlauf des Jahrhunderts zu. An Stoffen bevorzugte man leichte Seidentafte, Faille und Damast in zumeist hellen, pastelligen Tönen. Selbst kräftigere Farben durften nicht zu leuchtend sein. Am Anfang waren großfigurige Blumenmuster beliebt, später wurden die Muster kleiner und gegen Ende der Epoche gern mit Streifen kombiniert. Die Männermode machte keine großartigen Wandlungen durch. Bis zur Französischen Revolution wurde das Justaucorps mit Weste und Kniehosen getragen. Die Rockschöße wurden bis um 1740 immer weiter, dann wieder kleiner und schließlich, ab 1760, vorn leicht schräg weggeschnitten. Die Weste darunter wurde allmählich kürzer, bis nur noch zur Hüfte reichte. An den Handgelenken und auf der Brust ließ man den Spitzenbesatz des Hemdes sehen, dazu trug man die cravate, eine Art Stehkragen. Die Perücke blieb das ganze Jahrhundert hindurch unverzichtbar für einen echten Herrn. Die lange Lockenpracht der Allonge wurde jedoch abgelöst von kürzeren Formen, deren beliebteste hinten einen schwarzen Haarbeutel und nur seitlich Locken hatte. Später kam die Zopfperücke hinzu. Da ein Hut die Perücke durcheinandergebracht hätte, wurde der Dreispitz oft nur noch in der Hand gehalten, aber ganz verzichten wollte man auf ihn nicht. Im späten Rokoko, etwa gleichzusetzen mit der Regierungszeit Ludwig XVI, läßt die Mode eine Neigung zur Übertreibung erkennen. Die Frisuren waren so hoch und kompliziert, daß nun auch die Damen schon allein der Bequemlichkeit halber zu Perücken griffen. Diese wurden dann über Drahtgestellen drapiert und mit Perlen, Blumen, Federn und anderem Zierat beladen. Dazu wurde eine neue Gewandform getragen, die Polonaise: Die Robe wurde hinten hochgerafft und durch ein Polster gestützt, was ein übergroßes Hinterteil bewirkte, Cul de Paris genannt. Die Jupe war oft nur noch knöchellang. Nun kamen auch bedruckte, oft dunkelgrundige Baumwollstoffe in Mode. Das ganze 18. Jahrhundert hindurch war das Bürgertum immer selbstbewusster geworden. Allmählich drangen die reicheren und gebildeteren unter ihnen in die Domänen des Adels ein, ahmten diesen nach und führten selbst Salons, in denen mitunter auch die größten Köpfe der Zeit verkehrten. Auch die hochverehrten Literaten und Wissenschaftler waren ja sehr oft Bürgerliche. In England hatte diese Entwicklung schon früh eingesetzt, und da der dortige Adel von Haus aus eine Vorliebe für das Einfache und Ländliche hatte, näherten sich beide Klassen in gesellschaftlicher und modischer Hinsicht allmählich (und friedlich) einander an. Auf dem Kontinent hingegen gab der Adel erst wenige Jahre vor der Französischen Revolution (zu) langsam den Versuch auf, den Klassengegensatz durch immer größere Übertreibung von Pracht und Affektiertheit manifestieren zu wollen, und übernahm ab 1780 mit der englischen Mode mehr bürgerliche, einfache Elemente in die Kleidung. Reifröcke wurden durch Pölsterchen ersetzt, die französische durch die einfachere englische Robe, hohe Perücken durch Wuschelköpfe. In Deutschland etablierte sich die auf englischem Vorbild basierende sogenannte "Werthertracht". Doch all das nützte nichts, solange in jeder anderen Hinsicht das Prassen und Prahlen weiterging, während es den unteren Schichten immer schlechter ging, und so bereitete die Französische Revolution 1789 der lebenslustigen und dekadenten Ära des Rokoko ein jähes Ende.
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