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FASHION HISTORY OF THE 20ST CENTURY

Until Edwardian fashion.

DIE GESCHICHTE DER MODE IM 20.JAHRHUNDERT

Bis zur Belle Epoque.
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Sorry in German language only …

Belle Epoque

Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff Belle Epoque (die "schöne Epoche) die von allgemeiner Hochstimmung geprägte Zeit am Anfang des 20. Jahrhunderts, aber stilistisch betrachtet beginnt sie schon in den 90er Jahren des 19. Jh., als einige Künstler anfingen, eine neue Formensprache zu entwickeln, die endlich mit der Stillosigkeit der vorangegangenen Jahrzehnte aufräumte: Der Jugendstil war geboren. Toulouse-Lautrec malte Bälle im Moulin Rouge, die oberen Zehntausend entdeckten den Automobilsport, Tennis und Radfahren. Um 1892 konzentriert sich die Laune der Mode auf die Ärmel. Sie werden am Oberarm stark aufgebauscht, während sie am Unterarm glatt anliegen, oder sie verjüngen sich gleichmäßig nach unten. Um 1895 herum erreichten sie ihre größte Größe, um auf 1900 zu wieder schmal zu werden. Auch diesmal sollten sie wohl, wie im Biedermeier, die schmale Taille betonen, denn um diese Zeit wurden auch die Korsetts enger geschnürt als je zuvor. Früh den fließenden Formen des Jugendstils folgend, nehmen die Röcke eine unten ausgestellte Glockenform an. Im Detail allerdings zeigt sich im Gegenzug oft eine Vorliebe für bizarre, eckige, spitze Formen in zackigen Van-Dyck-Spitzen oder auf der Vorderseite des Hutes steil nach oben ragende Vogelschwingen. Vielleicht schlägt hier die Mode der bizarren Literatur durch: In jenen Jahren entstanden neben "Dracula" noch viele weitere Werke des klassischen Horrorgenres. Bei den Männern wurden die Farben endgültig auf schwarz und weiß reduziert. Sehr populär wurden in dieser Zeit die "Vorhemden", ein gestärkter Latz unter der Weste und abknöpfbare Manschetten, die ein exklusives Hemd vortäuschen konnten. Die Krawatte wurde stetig kleiner, bis sie nur noch eine schmale Halsbinde war und schließlich die bis heute gebräuchliche Fliege entstand. Die Jahrhundertwende brachte einen deutlichen Stimmungsaufschwung, getragen vom kolonialen Reichtum, Fortschrittsglauben, und vielleicht auch vom soeben überstandenen vermeintlichen Weltuntergang. Ja, auch damals verkündeten falsche Propheten, daß mit der Jahrhundertwende die Welt untergehen würde. Schon im vorigen Jahrzent hatte sich eine neue Ästhetik in der Damenmode entwickelt: Eine leicht vorgeneigte Haltung mit gerader Front von der Brust bis zur Fußspitze. Zur Unterstützung dienten neuartige, weit nach unten reichende Korsetts, die den Bauch wegdrückten. Erstaunlicherweise waren sie noch ungesünder als die besonders eng geschnürten Modelle der Jahrzente davor. Die gerade Front behinderte das Gehen und Sitzen. Die Röcke blieben glockig, entwickelten aber wieder Schleppen. Die volantbesetzten seidenen Unterröcke, die diese Form stützten, sorgten für das unentbehrliche frou-frou, das erotische Rascheln. Der Jugendstil sorgte für die Ornamente, die in Applikation oder Schnurstickerei am besten zu Geltung kamen Immer mehr setzte sich, von Künstlern und Suffragetten und nicht zuletzt von der wachsenden Beliebtheit des Sports gefördert, die Reformbewegung immer mehr durch. Diese propagierte aus gesundheitlichen und ästhetischen Gründen korsettlose Kleidung. Zunächst war das dem allgemeinen Publikum nur in Form von Hauskleidern im Empirestil, also mit hoher Taille, näherzubringen. Für die Straße und gesellschaftliche Anlässe war Reformkleiung immer noch undenkbar. Die ersten Entwürfe reformierter Kleidung waren aber auch zu sackartig! Doch nach und nach wurden die Korsetts weniger steif, die Haltung weniger vorgeneigt. Der "Titanicstil" bricht sich Bahn. Um 1910 wurden die Röcke schmaler, ja sie wurden so schmal, daß man darin keinen vernünftigen Schritt tun konnte: 1911 war das Jahr des "Humpelrockes". Doch das ließ schon im folgenden Jahr wieder nach. Im Versuch, einen Teil der politischen und Wirtschaftlichen Macht zu reklamieren, nähert sich die Damenmode rasant männlichen Linien an. Die Damen erobern Jacketts mit breiten Revers und Krawatten. Ganz unmännlich aber sind die riesenhaften Hüte, die auf den Köpfen sitzen.
Belle Epoque

Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff Belle Epoque (die "schöne Epoche) die von allgemeiner Hochstimmung geprägte Zeit am Anfang des 20. Jahrhunderts, aber stilistisch betrachtet beginnt sie schon in den 90er Jahren des 19. Jh., als einige Künstler anfingen, eine neue Formensprache zu entwickeln, die endlich mit der Stillosigkeit der vorangegangenen Jahrzehnte aufräumte: Der Jugendstil war geboren. Toulouse-Lautrec malte Bälle im Moulin Rouge, die oberen Zehntausend entdeckten den Automobilsport, Tennis und Radfahren. Um 1892 konzentriert sich die Laune der Mode auf die Ärmel. Sie werden am Oberarm stark aufgebauscht, während sie am Unterarm glatt anliegen, oder sie verjüngen sich gleichmäßig nach unten. Um 1895 herum erreichten sie ihre größte Größe, um auf 1900 zu wieder schmal zu werden. Auch diesmal sollten sie wohl, wie im Biedermeier, die schmale Taille betonen, denn um diese Zeit wurden auch die Korsetts enger geschnürt als je zuvor. Früh den fließenden Formen des Jugendstils folgend, nehmen die Röcke eine unten ausgestellte Glockenform an. Im Detail allerdings zeigt sich im Gegenzug oft eine Vorliebe für bizarre, eckige, spitze Formen in zackigen Van-Dyck-Spitzen oder auf der Vorderseite des Hutes steil nach oben ragende Vogelschwingen. Vielleicht schlägt hier die Mode der bizarren Literatur durch: In jenen Jahren entstanden neben "Dracula" noch viele weitere Werke des klassischen Horrorgenres. Bei den Männern wurden die Farben endgültig auf schwarz und weiß reduziert. Sehr populär wurden in dieser Zeit die "Vorhemden", ein gestärkter Latz unter der Weste und abknöpfbare Manschetten, die ein exklusives Hemd vortäuschen konnten. Die Krawatte wurde stetig kleiner, bis sie nur noch eine schmale Halsbinde war und schließlich die bis heute gebräuchliche Fliege entstand. Die Jahrhundertwende brachte einen deutlichen Stimmungsaufschwung, getragen vom kolonialen Reichtum, Fortschrittsglauben, und vielleicht auch vom soeben überstandenen vermeintlichen Weltuntergang. Ja, auch damals verkündeten falsche Propheten, daß mit der Jahrhundertwende die Welt untergehen würde. Schon im vorigen Jahrzent hatte sich eine neue Ästhetik in der Damenmode entwickelt: Eine leicht vorgeneigte Haltung mit gerader Front von der Brust bis zur Fußspitze. Zur Unterstützung dienten neuartige, weit nach unten reichende Korsetts, die den Bauch wegdrückten. Erstaunlicherweise waren sie noch ungesünder als die besonders eng geschnürten Modelle der Jahrzente davor. Die gerade Front behinderte das Gehen und Sitzen. Die Röcke blieben glockig, entwickelten aber wieder Schleppen. Die volantbesetzten seidenen Unterröcke, die diese Form stützten, sorgten für das unentbehrliche frou-frou, das erotische Rascheln. Der Jugendstil sorgte für die Ornamente, die in Applikation oder Schnurstickerei am besten zu Geltung kamen Immer mehr setzte sich, von Künstlern und Suffragetten und nicht zuletzt von der wachsenden Beliebtheit des Sports gefördert, die Reformbewegung immer mehr durch. Diese propagierte aus gesundheitlichen und ästhetischen Gründen korsettlose Kleidung. Zunächst war das dem allgemeinen Publikum nur in Form von Hauskleidern im Empirestil, also mit hoher Taille, näherzubringen. Für die Straße und gesellschaftliche Anlässe war Reformkleiung immer noch undenkbar. Die ersten Entwürfe reformierter Kleidung waren aber auch zu sackartig! Doch nach und nach wurden die Korsetts weniger steif, die Haltung weniger vorgeneigt. Der "Titanicstil" bricht sich Bahn. Um 1910 wurden die Röcke schmaler, ja sie wurden so schmal, daß man darin keinen vernünftigen Schritt tun konnte: 1911 war das Jahr des "Humpelrockes". Doch das ließ schon im folgenden Jahr wieder nach. Im Versuch, einen Teil der politischen und Wirtschaftlichen Macht zu reklamieren, nähert sich die Damenmode rasant männlichen Linien an. Die Damen erobern Jacketts mit breiten Revers und Krawatten. Ganz unmännlich aber sind die riesenhaften Hüte, die auf den Köpfen sitzen.
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